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Geschichte

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Sonnenbühl ist aus einer Gruppe der heilpädagogischen Sonderschule Münsingen entstanden. Am 30. Dezember 1982 wurde die Liegenschaft auf dem Aebnit in Konolfingen von einer einfachen Gesellschaft, bestehend aus Eltern der Schüler und deren Lehrern Ruth und Christoph Baumgartner gekauft.
Am 23. Februar 1983 wurde der Verein Sonnenbühl gegründet, mit dem Ziel eine Lebens– und Arbeitsgemeinschaft für geistig behinderte Jugendliche und Erwachsene aufzubauen. Im Mai zogen Baumgartners als Hauseltern im obersten Stock des Hauses ein, um die Vorbereitungsarbeiten bis zur Aufnahme der ersten Bewohner in Angriff zu nehmen. Die Liegenschaft wurde dann am 26. November 1984 an den Verein Sonnenbühl verkauft. Die Bäume ums Haus waren noch klein, das Stallgebäude stand auf noch fast baumloser  Wiese. 
Nachdem der Grosse Rat Ende 1985 grünes Licht für den Umbau gegeben hatte, konnte begonnen werden. Viele Entscheidungen mussten getroffen werden: Plättli für die Badezimmer, Vorhänge, Mobiliar und vieles mehr musste ausgewählt  und bestellt werden. Rechtzeitig waren die Räume parat, die Bewohnerinnen und Bewohner konnten einziehen. Wie geplant, bezogen im Oktober 1986 die ersten vier Bewohnerinnen und Bewohner ihre Zimmer im Sonnenbühl.
Jetzt musste sich das Sonnenbühl  zur erwünschten Gemeinschaft entwickeln. Dank dem grossen Einsatz aller Beteiligten, Eltern, Hauseltern und Vorstand des Trägervereins, konnte das Projekt gelingen. 
Mit einem grossen Tag der offenen Tür im November mit hunderten von Besuchern konnte der Start gefeiert werden. Seit dem Anfang lebten Schafe auf dem Aebnit. Deren handgesponnene Wolle wurde  mit der Strickmaschine zu Pullovern verarbeitet. Mit der  Milch machte man den Sonnenbühl Käse.
In der Holzwerkstatt wurden Einrichtungsgegenstände für die Zimmer angefertigt.
Auch schon vom Start weg wurde eifrig gewoben. Eine grosse Aufgabe  der Leitung war das Auftreiben der nötigen Geldmittel. Es fehlte noch Vieles, die Beiträge der IV kamen erst rückwirkend. Im Frühjahr 1987 kamen dann zwei weitere Bewohnerinnen und ein Bewohner dazu. Das Haus wurde langsam gefüllt. Schon 1988 fand das erste  Schneeferienlager an der Lenk statt. Dies wurde gleich zur Tradition. Immer im Januar geniessen die Sonnenbühler eine Woche im Schnee. Gesteigert wurden die Ferienerlebnisse dank grosszügigen Spendern im 1989. Das erste Ferienlager am Meer konnte durchgeführt werden. Für einige Bewohnerinnen und Bewohner war es der erste Kontakt mit  Salzwasser.
Die Entwicklung von der Grossfamilie zum Kleinheim hatte stattgefunden, 1990 traf eine schlechte Nachricht ein: lineare Budgetkürzungen für alle Institutionen. Ohne grosse Abstriche am Angebot machen zu müssen wurde auch das gemeistert. 1991 konnte dank vielen Spenden der erste Heimbus angeschafft werden. Von nun an konnten Ausflüge mit der ganzen Gruppe unternommen werden. Das etwas stürmische Jahr 1993 brachte grössere Wechsel im Vorstand und im Team sowie Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen: die 42 Stundenwoche und Lohn für alle Mitarbeitenden wurden eingeführt. Der achte Bewohner konnte sein Zimmer beziehen, der Betrieb wuchs langsam aber stetig. Ein Ferienlager in Giens konnte auch wieder stattfinden.
Der Januar 1994 brachte viel Lärm und Dreck. Der Mehrzweckraum, der Veloschopf und das Studio entstanden und brachten viel dringend benötigten Raum. Vor Weihnachten konnte der neue Mehrzweckraum mit einem Weihnachtsspiel eingeweiht werden. Im Jahr 1996 wurde über die Erwartungen der Eltern an das Heim diskutiert. Ziel: Vollausbau, so dass für die Bewohnerinnen und Bewohner ein echtes Zuhause entsteht.
Im Jahresbericht 1998 schrieb Werner Lüthi, der damalige Präsident des Vereins Sonnenbühl: „Die Arbeit für die Lebensgemeinschaft auf dem Sonnenbühl ist aber gerade geprägt von möglichst klaren Strukturen und gesundem Gleichmass, hin und wieder zusätzlich belebt und bereichert mit besonderen Anlässen“. Im Jahre 1999 wurde die nächste Ausbauetappe eingeläutet, da die Forderung des Bundesamtes für Sozialversicherung nach Einzelzimmern nur mit einem weiteren Anbau zu erreichen war. 2002 traf die Baubewilligung ein und der Baustart wurde für das Jahr 2003 geplant. Mit einem Tag der offenen Tür wurde am 14. August 2004 die Erweiterung des Heims eingeweiht. Im Jahresbericht 2004 hat Werner Lüthi geschrieben: „Wenn meine Ausführungen den Schluss vorgaukeln sollten, jetzt sei alles abgeschlossen, wäre dies falsch. So wie das alte Haus auf dem Aebnit immer Unterhalt und Erneuerung braucht, ist die Lebens-  und  Arbeitsgemeinschaft auf Pflege und Weiterentwicklung angewiesen. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen“.
 
Im Jahre 2006 konnte das 20 Jahre Jubiläum mit einem grossen Fest gefeiert werden.  Gestartet wurde aber schon früher mit dem Kauf des ehemaligen Altersheimes auf dem Aebnit und der Anpassung an die zukünftige Nutzung.  Die Zukunft wird weitere Anpassungen notwendig machen, damit die Bewohnerinnen und Bewohner auch im fortgeschrittenen Alter ihr Zuhause auf dem Aebnit behalten können. Ende 2007 gab es eine grosse Veränderung. Ruth und Christoph Baumgartner verliessen das Sonnenbühl um  andere Aufgaben zu übernehmen. Ab November 2007 wurde ich von Baumgartners in meine neue Aufgabe als Heimleiter sorgfältig eingeführt. Baumgartners danken wir für die grosse Arbeit die sie für das Sonnenbühl geleistet haben. Der Wechsel in der Heimleitung brachte wichtige Veränderungsmöglichkeiten. Die ehemalige Heimleiterwohnung konnte mit wenigen Anpassungen in den Betrieb integriert werden. Für alle Bewohnerinnen und Bewohner stehen nun Einzelzimmer zur Verfügung.
Ein Malatelier konnte eingerichtet werden, das Pikettzimmer ist jetzt näher bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, was für deren Sicherheit eine Verbesserung darstellt.

Viele grosszügige Spenden ermöglichten uns 2009 einen neuen Bus anzuschaffen. Im alten Bus befanden sich noch Längssitzbänke, die seid 2010 nicht mehr zulässig sind. Im Herbst 2009 weihten wir den neuen Bus auf der grossen Reise in die Toscana richtig ein. Der Wunsch der Eltern nach einer durchgehenden Öffnung des Sonnenbühls ging im Sommer 2010 zum grossen Teil in Erfüllung. Die geschlossenen Wochenenden konnten abgeschafft werden.

Nach 24 Jahren Trägerverein Sonnenbühl, wurde die Stiftung Sonnenbühl gegründet und löste den Verein ab. Eine Stiftung als Träger bietet langfristig mehr Sicherheit als dies Vereinsstrukturen können. Der Verein Sonnenbühl bleibt zur finanziellen  Unterstützung des Betriebs bei Auslagen für Ferienlager, Geschenke und Ausflüge für die Bewohnerinnen und Bewohner bestehen. Besten Dank für Ihre Unterstützung.

Ich zitiere ein letztes Mal Werner Lüthi, er schrieb im Jahresbericht 2004 bei der Übergabe des Präsidiums: Es geht weiter!
Dieser Aussage schliesse ich mich gerne an.

Rolf Fässler, Heimleiter